Positiv denken lernen und Ängsten keinen Raum lassen – Ein lebenslanger Prozess?

Heute möchte ich mich einem sehr persönlichen Thema widmen, das für viele Menschen sicherlich ein Tabu ist. Sich öffentlich Ängste eingestehen zu können und zuzugeben, dass man ziemlich oft ein Pessimist ist, ist für die meisten wahrscheinlich undenkbar. Viel zu gerne zeigen wir unseren Mitmenschen doch lieber, wie gut es uns geht, wie glücklich wir sind und was wir schon alles erreicht haben. Man möchte ja schließlich nicht „schlechter“, „ärmer“ oder „deprimierter“ dastehen als alle anderen. Viel zu oft ist unser Lächeln aber einfach nur aufgesetzt, unsere Freude ist dank negativer Gedanken getrübt und unsere Euphorie sowieso nur gespielt. Diese perfekt gewahrte Fassade lässt bei den meisten Menschen jedoch nicht ansatzweise erahnen, was sich eigentlich dahinter verbirgt und das sind oftmals Unsicherheiten und Ängste.

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser… Ja, auch ich habe Ängste. Viele sogar. Ist das jetzt sowas wie ein Outing? Mag sein, auf jeden Fall ist es die Wahrheit. Die verschiedensten Ängste bestimmen oftmals mein Denken, meinen Alltag, mein Leben. Damit meine ich nicht „Höhenangst“ oder „Angst vor Spinnen“, sondern Ängste, die sich irgendwie mehr auf mich beziehen. Ich spreche von Versagensängsten, Existenzängsten, Verlustängsten… und dann gibt es da noch etwas, was irgendwie dazwischen liegt… man könnte es als „Schutzmauer“ bezeichnen.

Jaja ich weiß, hundertmal, tausendmal ließt man es überall. Zu oft enttäuscht, zu oft betrogen, zu viele Lügen, zu wenig Ernsthaftigkeit. Aber ja, so ist es eben. Mir wurde mein Herz einige Mal gebrochen, mit Füßen getreten und immer nochmal nachgetreten. Man verliert recht schnell das Vertrauen in Menschen, auch wenn man lieben will, so ist da doch dieser Gedanke im Kopf, irgendwo in der hintersten Ecke, hinten links neben der „Eigentlich-will-ich-ja-vertrauen-können“-Gedankenschublade. Und dieser winzige Gedanke macht sich ganz schön breit da oben im Kopf und macht es mir, und sicherlich auch vielen anderen, ganz schön schwer. Letztendlich ist es ja auch irgendwie gut, dass er da ist, also versteht mich nicht falsch, ich WILL vertrauen können, aber immerhin schützt er mich davor, dass ich blindlings in eine nächste Katastrophe renne. Misstrauen ist immer bis zu dem Punkt gut, bis man den Absprung schafft und nicht anfängt, alte Vorfälle auf neue Beziehungen zu beziehen. Man muss auch irgendwann mal abschließen können und Erlebnisse ruhen lassen. Aber wie gesagt, dieser winzige Gedanke kann ganz schön hartnäckig sein und verdammt viel Platz einnehmen, wenn man es zulässt.

Vielleicht habe ich auch manchmal Angst vor der Angst. Ist das verständlich? Ich liebe es, die Kontrolle über mein Leben zu haben. Alles ist geregelt, alles ist ganz eindeutig durchschaubar und alles ist ohne Ecken und Kanten. Klar, ganz schön langweilig irgendwie, aber eben auch ganz schön sicher. Wenn Plan A schiefgeht, habe ich natürlich schon Plan B und C parat, aber hey, nur für den Fall der Fälle versteht sich. Es gibt aber eben auch Dinge, die kann man nicht planen, nicht vorhersehen und nicht in die Bahnen lenken, die man gerne hätte. Und dann ist da diese Angst. Die Angst vor der Angst. Hätte. Könnte. Würde. Müsste. Bla bla. Immer dieser furchtbare Konjunktiv! Ist das Gedankenkarussell erst einmal ins Rollen gekommen, gibt’s meistens kein Halten mehr. Die wildesten Hirngespinste beginnen sich zu formen und je mehr man sich darin verstrickt, desto absurder werden sie meistens. Aber eines haben sie gemeinsam, sie machen uns Angst. Deswegen versuche ich oft, mir den schlimmstmöglichen Fall auszumalen. Hilft zwar nicht immer, aber meistens. Hey, wenn man sich mit dem altbekannten „Worst Case“ angefreundet hat, kann es doch eh nicht schlimmer kommen oder? Jaja, ich rede mir das ganze Problem wieder schön, ich weiß.

Es ist ein Prozess, ein verdammt langer Weg, um diesen negativen Gedanken und Hirngespinsten keinen allzu großen Raum mehr zu lassen. Vom 30 Quadratmeter Wohnzimmer in die 2 Quadratmeter Abstellkammer… oder so ähnlich zumindest. Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Das kann ich, ja, davon bin ich überzeugt, aber trotzdem werfen mich meine eigenen Gedanken immer wieder einen Schritt zurück. Wäre ja auch zu schön, wenn alles immer rund läuft. Manchmal zwinge ich mich dazu, meine negativen Gedanken auf eine imaginäre Wolke zu setzen und in meinem Kopf dabei zuzusehen, wie die Gedanken auf der Wolke davonfliegen. Eine Lösung ist das aber auch nicht.

Vielleicht habt ihr ja auch schonmal darüber nachgedacht, wie schön es wäre, wenn man einfach mal ein paar Minuten Stunden „gedankenfrei“ sein könnte. Quasi wie beim Schlafen… ohne Träume natürlich. Ich habe oft das Gefühl, dass ich rastlos bin und auch nicht wirklich weiß, was eigentlich das „Ziel“ ist, auf welches ich hinarbeiten möchte, sollte, müsste. Ich glaube, wenn ich nur mal kurz „gedankenfrei“ sein könnte, würde ich viel viel schneller zu einem klaren Entschluss kommen, als jetzt, wo mich das Gedankenkarussell fest im Griff hat. Ähnlich ist es mit Ängsten… Ängste, die einen belagern und ihren Besuch nicht ankündigen. Meistens fallen sie über uns her, wenn wir sie am Wenigsten gebrauchen können. Und in diesen Momenten muss man trotzdem versuchen den Überblick zu bewahren. Zumindest sollte man lernen, genau DAS tun zu können. Aber da ist er wieder… der lebenslange Prozess. Ich muss mich wohl noch viel häufiger dazu zwingen, diesem Prozess eine Chance zu geben und ihn zuzulassen…

Habt ihr Ängste? Und was sind Eure Gedanken zum „positiven und negativen Denken“?

Ein Jahr geht zu Ende… Mein Blog macht Winterurlaub

Ihr Lieben, ich blicke zurück auf ein spannendes Jahr, ein aufregendes Jahr, ein anstrengendes Jahr und ein Jahr voller Highlights. Nun ist es an der Zeit dies alles noch einmal Revue passieren zu lassen. Das mache ich aber nicht daheim auf der Couch, sondern mit meinem Liebsten in Bayern am Chiemsee. Wir gönnen uns ein paar Tage Urlaub, wollen einige schöne Dinge unternehmen und die Zeit zu Zweit genießen. Deswegen wird es hier eine zweiwöchige Pause geben und mein Blog darf offiziell in den Winterurlaub starten.

Ich wünsche Euch und Euren Liebsten ein besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und alle erdenklich besten Wünsche für 2018. Feiert schön, lasst die Korken knallen und startet voller positiver Vibes in die nächsten 365 Tage. Und wenn ihr Sehnsucht nacht mir habt, schaut gerne bei Instagram vorbei. Dort bin ich ja so gut wie jeden Tag sehr aktiv! 🙂

NFP: Verhütung mit der symptothermalen Methode – Erfahrungsbericht

Mein Beitrag zum Thema „Pille absetzen“ kam wahnsinnig gut bei euch an und ich habe selten so viel Resonanz auf einen Blogpost bekommen wie auf diesen. Einen bestimmten Aspekt habe ich in dem Blogpost allerdings nicht behandelt und zwar, wie ich aktuell verhüte. Und weil mich seit Veröffentlichung des Beitrags so viele von euch genau danach gefragt haben, dachte ich mir, dass ich dem Thema am besten einen eigenen Artikel widme. Seit einigen Monaten probiere ich nämlich die NFP Methode aus und komme sehr gut damit zurecht. Ich möchte euch nicht nur von meinen Erfahrungen berichten, sondern auch die Vor- und Nachteile aufzeigen und erstmal erklären, wie NFP eigentlich funktioniert.

Wie funktioniert NFP?

Die symptothermale Methode gibt es mittlerweile schon seit über 50 Jahren. Entwickelt wurde sie von Josef Rötzer, einem österreichischen Arzt für Allgemeinmedizin. Bei der „Natürlichen Familienplanung“ (deswegen auch der Name NFP) beobachtet man die Veränderungen des eigenen Körpers während des Zyklus, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Für die korrekte Beobachtung spielt unter anderem die Untersuchung der Beschaffenheit des Zervixschleims eine Rolle und auch die Messung der Basaltemperatur am Morgen vor dem Aufstehen. In jedem Zyklus, der durchschnittlich 28 Tage dauert, ist man nur etwa drei bis fünf Tage tatsächlich fruchtbar. NFP soll dabei helfen, genau die wenigen „kritischen“ Tage vor und die 18 Stunden nach dem Eisprung zu ermitteln, sodass man genau weiß, wann man zusätzlich verhüten sollte.

Beobachtung des Zervixschleims

Mithilfe der Schleimbeobachtung lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, wann der Eisprung stattfindet und das Messen der Basaltemperatur schafft Klarheit, wann er vorbei ist. Der im Gebärmutterhals gebildete Schleim verändert sich aufgrund der unterschiedlichen Hormonkonzentration während des Zyklus und dient daher als eine der Grundlagen für das erfolgreiche Praktizieren der NFP Methode. Unmittelbar nach der Menstruation ist die Scheide eher trocken. Wenn sich dann die fruchtbare Phase ankündigt, steigt der Östrogenspiegel im Körper. In der Phase um den Eisprung herum nimmt die Zervixschleimmenge zu. Die Konsistenz ist nun dünnflüssig, klar und spinnbar und somit ein Indiz für die fruchtbaren Tage. Gegen Ende des Zyklus wird der Schleim milchig und klumpig und die Menge nimmt wieder ab.

Messung der Basaltemperatur

Weil die Beobachtung des Zervixschleims als einziger Parameter keine ausreichende Sicherheit liefert, misst man zusätzlich die Basaltemperatur. Hierbei handelt es sich um nichts anderes, als um die sogenannte Aufwachtemperatur, die am besten im Mund oder in der Scheide gemessen werden sollte. Für die korrekte Auswertung der Messwerte ist es wichtig, dass man sich innerhalb eines Zyklus für eine Messstelle entscheidet und darauf festlegt. Die Temperatur misst man immer morgens nach dem Aufwachen. Vor Beginn der Periode und bis zum Eisprung ist die Basaltemperatur immer niedriger, als nach dem Eisprung, also in der zweiten Zyklushälfte.

Die zwei Temperatur-Phasen

Aber wie bestimmt man denn nun die fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage? Die Körpertemperatur teilt sich, wie eben beschrieben, in zwei Phasen. Zunächst haben wir die sogenannte „Tieflage“ in der ersten Zyklushälfte, in der der Eisprung eingeleitet wird. Danach folgt die Gelbkörperphase, die die unfruchtbare Zeit kennzeichnet. Wenn man nun täglich seine Basaltemperatur misst, wird man irgendwann einen Anstieg bemerken, denn ungefähr drei Tage nach dem Eisprung erhöht sich der Progesteronwert im weiblichen Körper und die Körpertemperatur steigt an. Einen „Anstieg“ kann man eindeutig feststellen, wenn drei aufeinanderfolgende Messwerte um 0,2 Grad höher sind als die vorangegangen sechs Werte. Ist dies der Fall, kann man in diesem Zyklus nicht mehr schwanger werden. Allerdings kann man mit der Basaltemperaturmessung nur im Nachhinein feststellen, ob und wann es einen Eisprung gab. Aus diesem Grund setzt die symptothermale Methode noch zusätzlich auf die Zervixschleim Beobachtung, die es möglich macht, den Beginn der furchtbaren Tage zu bestimmen.

Beobachtung des Muttermundes

Wer sich zusätzlich absichern möchte, kann auch die Beobachtung des Muttermundes in Betracht ziehen. Direkt nach der Regelblutung  fühlt sich der Muttermund nämlich fester an, ragt tief in die Scheide hinein und ist geschlossen. Während der fruchtbaren Tage ist er hingegen deutlich weicher, leicht geöffnet und viel höher gelagert. Wenn man den Muttermund also täglich untersucht, kann man diese Veränderungen deutlich feststellen und für NFP nutzen.

Was brauche ich für NFP?

Für die NFP Methode benötigt man nicht viele Utensilien. Ihr solltet euch lediglich ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen zulegen, damit ihr genaue Basaltemperaturmessungen  durchführen könnt. Außerdem benötigt man eine Zyklustabelle, in die man die täglichen Messparameter und Zusatzinformationen einträgt. Wer sich seine Notizen lieber digital machen möchte, findet auch eine große Auswahl an NFP-Apps (teilweise sogar kostenlos), oder muss über die Anschaffung eines Temperatur- bzw. Hormoncomputers nachdenken. Meiner Meinung nach reicht allerdings ein Thermometer (mit zwei Nachkommastellen) und eine Zyklustabelle/NFP-App vollkommen aus.

Bestenfalls sollte man erstmal einige Zyklen beobachten, seinen Körper und die Signale besser kennenlernen und letztendlich auch deuten können. Deshalb ist es ratsam zunächst zusätzlich zu den Messungen und Beobachtungen den gesamten Zyklus über z.B. mit Kondom zu verhüten. Lassen sich wiederkehrende Muster innerhalb des Zyklus und eine gewisse Regelmäßigkeit erkennen, kann außerhalb der fruchtbaren Tage auf eine zusätzliche Verhütungsmethode verzichtet werden. Es muss allerdings beachtet werden, dass NFP nicht funktioniert, wenn man noch die Pille einnimmt. Der Zyklus lässt sich unter dem Einfluss eines hormonellen Verhütungsmittels natürlich nicht so analysieren, als wenn man die natürliche Periode beobachtet.

Vorteile von NFP

  • kein hormoneller Eingriff in den Körper
  • kostengünstig
  • bei Kinderwunsch optimal zur Planung geeignet
  • besseres Kennenlernen des eigenen biologischen Rhytmus
  • keine Nebenwirkungen
  • bei korrekter Ausführung sehr sicher (der Pearl-Index liegt ca. bei 0,4-0,6; im Vergleich: die Pille hat einen Pearl-Index von etwa 0,3-0,8)
  • kann jederzeit begonnen und „abgesetzt“ werden
  • vom Frauenarzt unabhängige Verhütungsmethode
  • der natürliche Zyklus bleibt unangetastet

Nachteile von NFP

  • erfordert konsequente Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper
  • die sexuelle Spontanität wird eingeschränkt
  • eher ungeeignet bei unregelmäßigen Zyklen
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Störfaktoren wie z.B. Infektionen können die Auswertungen im Hinblick auf den Zervixschleim verfälschen
  • Störfaktoren wie z.B. Medikamente können zu Verfälschungen der Temperaturwerte führen
  • am Anfang etwas aufwendiger, da man sich erstmal hinreichend mit der Methode beschäftigen muss

Meine Erfahrungen mit NFP

Zunächst stand ich der NFP Methode erstmal ziemlich skeptisch gegenüber und habe mich stundenlang durch Foren und Berichte gelesen, um mich ausreichend zu informieren. Je mehr wissenschaftliche Texte und Erfahrungsberichte ich gelesen hatte, desto neugieriger wurde ich und wollte der Methode dann doch mal eine Chance geben. Warum auch nicht? Aus gesundheitlichen Gründen wollte ich eh auf die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln verzichten und war somit auf der Suche nach einem anderen Verhütungsmittel. Außer der Verwendung von Kondomen kamen erstmal keine anderen Methoden für mich in die engere Auswahl, sodass ich die NFP Methode ergänzend dazu ausprobierte. Mein Zyklus war nach Absetzen der Pille erstaunlich regelmäßig und pendelte sich direkt ein. Somit waren schonmal optimale Bedingungen gegeben, um NFP korrekt auszuführen. Und tatsächlich konnte ich dank der symptothermalen Methode bereits im ersten Zyklus sehr genau meine fruchtbaren Tage ermitteln. Die Messwerte notierte ich mir in der myNFP App, die man für einen kleinen Preis im App Store erwerben kann. In der App kann man neben der Temperatur und dem Schleim sogar eintragen, wie man sich am jeweiligen Zyklustag gefühlt hat, ob Medikamente eingenommen wurden und ob es sonstige Störfaktoren gab. Außerdem kann die Messzeit eingetragen werden und wenn man möchte, kann man festhalten, wann man Geschlechtsverkehr hatte, ob Brustsymptome und Mittelschmerzen aufgetreten sind  und wie die Beschaffenheit des Muttermundes war. Aus all diesen Parametern erstellt die App dann eine Verlaufskurve für den gesamten Zyklus und zeigt die fruchtbaren Tage an.

Ich komme wirklich gut mit der NFP Methode zurecht und kann mir (derzeit) keine bessere Verhütungsmethode für mich vorstellen. Nach über 10 Jahren mit der Pille wollte ich einfach keine hormonellen Verhütungsmittel mehr einnehmen (was wie gesagt u.a. auch gesundheitliche Gründe hatte). Dank NFP kann ich die Signale meines Körpers mittlerweile sehr gut deuten und sogar unabhängig von den Messwerten erkennen, wann die „kritische“ Phase beginnt. Irgendwie merke ich das einfach und habe ein Gefühl dafür bekommen. Dieser Artikel gibt natürlich nur meine persönliche Meinung wieder und kritisiert andere Verhütungsmethoden in keinster Weise. Wie ich auch schon in meinem Blogpost über das Absetzen der Pille geschrieben habe, ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt, hormonell zu verhüten, da viele Frauen ja auch unter starken Regelschmerzen leiden und ohne Pille nur schlecht zurechtkommen würden. Für mich kommt es allerdings nicht mehr in Frage, meinem Körper künstliche Hormone zuzuführen und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, der symptothermalen Methode eine Chance zu geben und die anfängliche Skepsis abzulegen.

Fazit

NFP ist für alle Frauen geeignet, die eine natürliche Verhütungsmethode ausprobieren wollen und bereit dazu sind, sich intensiv mit den Signalen des Körpers zu beschäftigen und sehr diszipliniert „Tagebuch“ über die Messwerte und Symptome zu führen. Wenn man sich darauf einlässt und mit dem Ablauf zurechtkommt, kann die Methode eine Bereicherung sein und das Leben ohne hormonelle Verhütungsmittel ermöglichen.  Es gibt wahrscheinlich genauso viele Befürworter dieser Verhütungsmethode, wie es auch Gegner gibt, aber ich hoffe, dass ihr dem Thema offen gegenüber steht und nicht vorschnell urteilt. Ich würde mich über einen friedlichen Austausch in den Kommentaren freuen und bin gespannt, was ihr für eine Meinung zu NFP habt.

Ich habe die Pille abgesetzt: Vorteile, Nachteile und wie es mir damit geht

Lange habe ich mich vor diesem Post gedrückt, weil ich nicht wusste, wie ich richtig anfangen soll. Das Thema ist intim und sehr persönlich, aber doch betrifft es doch so gut wie jede Frau (und auch jeden Mann): Verhütung. Mehr als 10 lange Jahre habe ich hormonell mit der Antibabypille verhütet und war auch eigentlich immer ganz zufrieden damit. Als Teenager macht man sich ja meistens eh nicht so viele Gedanken darüber, ob die kleine Tablette, die man da ja jeden Tag schluckt, auch noch irgendwelche anderen Begleiterscheinungen mit sich bringt, als für den gewünschten Empfängnisschutz zu sorgen. Dieser Blogbeitrag soll die Einnahme der Pille in keinster Weise kritisieren, schlecht reden oder sonstiges. Ich möchte einfach nur meine Erfahrungen mit euch teilen, weil mich  schon einige Mädels gefragt haben, ob ich nicht mal einen Artikel über dieses Thema schreiben könnte. Außerdem möchte ich euch Vorteile und Nachteile der Einnahme aufzeigen, alternative (hormonfreie) Verhütungsmethoden vorstellen und euch natürlich auch verraten, wie es mir ohne die Pille geht.

Ausgangssituation: Mein „Ich“ während der Einnahme

Es klingt paradox, aber ich „kannte“ mich irgendwie gar nicht ohne Pille. Meine erste Periode habe ich mit 11 Jahren bekommen und die Pille nehme ich, seitdem ich 14 Jahre alt bin. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr an meine „normale“ Regel und die natürlichen Schmerzen und Wehwehchen erinnern, die die Menstruation mit sich bringt. Die Pille wurde mir damals verschrieben, weil ich so starke Unterleibsschmerzen hatte und mein Zyklus nicht wirklich regelmäßig war. Damals habe ich natürlich nicht viel hinterfragt, sondern mich auf meinen Arzt verlassen. Damit ging es mir auch 10 Jahre lang sehr gut und ich habe mich relativ wohl gefühlt. Ganz nebenbei: Ich habe auch heute noch den selben Arzt wie vor 10 Jahren und gebe sehr viel auf seine kompetente Meinung. Er hat meinen Entschluss vollkommen nachvollziehen können und wollte mich in keinster Weise vom Gegenteil überzeugen oder mich gar wieder zur Einnahme der Pille überreden. Ich denke, dass es wirklich wahnsinnig wichtig ist, den richtigen Frauenarzt zu finden und sich gut aufgehoben zu fühlen.

Warum ich die Pille abgesetzt habe

Vor einigen Monaten hatte ich zum ersten Mal den Gedanken, die Pille abzusetzen. Irgendwie hat mir mein Körper gesagt, dass er die Pille nicht mehr nehmen möchte. Erklärt mich für verrückt, aber ich habe meine Abneigung dagegen tagtäglich mehr gespürt. Ich las also einige Artikel Im Internet, die sich mit dem Thema beschäftigt hatten und wagte letztendlich den Schritt, die Pille nicht mehr weiterzunehmen. Was für ein komisches Gefühl! Irgendwie fühlte es sich schon fast verboten an, abends einfach schlafen zu gehen, ohne die kleine rosafarbene Tablette zu schlucken. Wie eine „Beziehung“, die nach über 10 Jahren ein Ende gefunden hat. Die Gewohnheit war natürlich noch da und ich ertappte mich auch noch einige Tage nach dem Absetzen dabei, wie mich ein beklemmendes Gefühl überkam, weil ich dachte, dass ich die Einnahme vergessen hätte. Einer der ausschlaggebendsten Punkte, warum ich die Pille abgesetzt habe, war aber auf jeden Fall mein massives Problem mit Wassereinlagerungen in den Beinen. Ich hatte ständig starke Schmerzen und meine Füße und Beine fühlten sich an wie Blei. Und was soll ich euch sagen? Als ich die Pille dann letztendlich abgesetzt habe, verschwanden die Schmerzen in Windeseile und ich verlor erstmal ordentlich eingelagertes Wasser, was sich dementsprechend auch auf der Waage niederschlug.

Neue Situation: Mein „Ich“ einige Monate OHNE Pille

Ich fühle mich tatsächlich „anders“, viel ausgeglichener und entspannter. Mir kommt es so vor, als wenn ich ein ganz anderes Körperbewusstsein entwickelt habe und mich selbst ganz anders wahrnehme. Natürlich hat das Absetzen der Pille auch einige negative Seiten, so verhalten sich meine Haare derzeit zum Beispiel ziemlich zickig und machen was sie wollen. Und ja, auch meine Oberweite ist geschrumpft, aber auf der anderen Seite finde ich das weniger schlimm, da ich nicht mehr dieses Spannungsgefühl in den Brüsten habe, wie während der Pilleneinnahme. Ein weiterer positiver Effekt sind die schwindenden Wassereinlagerungen und die fehlenden Heißhungerattacken. Ich habe also nicht nur Gewicht in Form von eingelagertem Wasser verloren (Auf Wiedersehen schwere Beine!), sondern entdecke auch ein ganz anderes Essverhalten an mir. Ich habe zwar weniger Hunger, aber dafür verlangt mein Körper nun häufiger nach den „richtigen“ Sachen: viel Gemüse, Obst, gesunde Kohlenhydrate und nicht mehr wie früher nach Bergen von Schokolade, Chips und fettigem Essen.

Auch wenn ich nicht ganz unwissend bin, was die medizinischen Fakten der Pille betrifft (Liebe Grüße an mein Biologie-Studium … du hast mir dann doch mal was genützt), bin ich natürlich keine Wissenschaftlerin, die intensiv auf diesem Gebiet forscht oder gar eine Ärztin mit einer gynäkologischen Praxis. Die nachfolgenden Vor- und Nachteile sowie Risiken in Bezug auf die Einnahme der Pille habe ich besten Gewissens recherchiert, kann aber natürlich nicht für die Richtigkeit garantieren. Bei Detailfragen und Unklarheiten müsst ihr bitte den Arzt eures Vertrauens kontaktieren.

Vorteile/Nachteile der Einnahme

Wie oben bereits erwähnt, möchte ich die Einnahme der Pille keinesfalls kritisieren, schlechtreden oder was auch immer. Es ist gut, dass es die Pille gibt, da sie vielen Frauen zum Beispiel hilft, die starken Schmerzen bei der Monatsblutung und auch die Blutungsstärke einzudämmen. Zudem bietet die Pille die Möglichkeit einer guten Zyklus-Kontrolle.   Auch der hohe Sicherheitsfaktor von einem Pearl-Index von 0.1 bis 0.9 soll hier natürlich nicht außer Acht gelassen werden.  Somit bietet sie von allen Verhütungsmitteln den höchsten Schutz vor einer Schwangerschaft. Desweiteren kann sich die Einnahme der Pille positiv auf das Hautbild auswirken und Hautunreinheiten (z.B. pubertär bedingte Akne) deutlich reduzieren oder sogar „verschwinden“ lassen. Ich habe großes Glück, dass mein Zyklus auch ohne Pille sehr verlässlich ist und ich meine natürliche Menstruation sage und schreibe nur einen einzigen Tag habe. Die Schmerzen sind zwar deutlich stärker als unter der Pilleneinnahme und beginnen schon ein paar Tage vorher, lassen sich aber relativ gut aushalten. Mein Hautbild ist zum Glück genauso gut oder schlecht (wie man es nimmt! ;-D), als unter dem Einfluss hormoneller Verhütungsmittel. Einige Studien sollen übrigens herausgefunden haben, dass bestimmte Krebsarten, wie Eierstockkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs, unter der Pilleneinnahme seltener auftreten.

Ein Nachteil der Pille ist natürlich, dass sie anders als zum Beispiel ein Kondom, nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt. Einige Frauen klagen zudem über Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Gewichtszunahme (u.a. durch Wassereinlagerungen und gesteigerten Appetit), einen Verlust der Libido, gelegentliche Zwischenblutungen oder auch die von mir ebenfalls beschriebenen Spannungsgefühle in den Brüsten. Außerdem muss die Pille täglich und bestenfalls zur gleichen Tageszeit eingenommen werden. Wird die Einnahme vergessen, liegt eine Magen-Darm-Erkrankung vor oder werden Medikamente eingenommen, die die Wirkung der Pille herabsetzen können, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gegeben und es sollte zusätzlich verhütet werden.  Frauen, die ein Risiko auf Thrombosen oder Embolie aufweisen, sollten von der Pilleneinnahme absehen, da das in der Kombinationspille enthaltene Geschlechtshormon Östrogen Veränderungen auf den Blutdruck und die Blutgerinnung bewirken kann.

Vorteile und Nachteile Im Überblick:

Pro Pille:
  • Gute Zyklus-Kontrolle
  • Einnahme hilft häufig starke Menstruationsbeschwerden und die Blutungsstärke zu lindern
  • hoher Sicherheitsfaktor von einem Pearl-Index von 0.1 bis 0.9
  • Einnahme kann sich  positiv auf das Hautbild auswirken
  • Laut einiger Studien besteht durch die Einnahme ein geringeres Risiko an Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken
Contra Pille:
  • schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen
  • Nebenwirkungen, wie z.B. Übelkeit, Gewichtszunahme und Zwischenblutungen
  • Tägliche, korrekte Einnahme ist obligatorisch
  • bei Durchfall und Erbrechen, sowie bei der  Einnahme von bestimmten Medikamenten, ist der Schutz nicht mehr unbedingt gegeben
  • Risiko auf Thrombosen oder Embolie ist erhöht

Tja, jetzt habe ich Euch so viel Input zur Pille geliefert, Vorteile und Nachteile aufgezählt und euch geschildert, warum ich mich ohne besser fühle, aber habe noch keine alternativen Verhütungsmethoden genannt. Klar, als erstes denkt man wahrscheinlich an das gute alte Kondom oder die Kupferspirale, aber gibt es da nicht noch mehr (hormonfreie) Möglichkeiten? Na klar! Denkt beim Lesen dran: je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist die Verhütungsmethode. Die Angaben zum Pearl-Index habe ich hierher bezogen.

Hormonfreie Verhütungsmethoden

  • Das Kondom: schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Pearl-Index: 2-12.
  • Chemische Spermizide: allein nicht zur Verhütung geeignet. Kombination z.B. mit Kondom empfohlen. Pearl-Index: 3-21.
  • Das Femidom: „Kondom für die Frau“; schützt vor einigen sexuell übertragbaren Krankheiten. Anwendung wird in Verbindung mit Spermizid empfohlen. Pearl-Index: 5-25.
  • Die Kupferspirale: wird in die Gebärmutter eingeführt und verbleibt dort einige Monate. Pearl-Index: 0,3-0,8.
  • Das Diaphragma: elastische Latex- oder Silikonkappe, die auf den Muttermund gestülpt wird; schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Anwendung wird in Verbindung mit Spermizid empfohlen. Pearl-Index: 1-20.
  • Die Verhütungskappe: funktioniert ähnlich wie das Diaphragma, ist aber deutlich kleiner. Pearl-Index: 6.
  • Die NFP Methode (symptothermale Methode): kombiniert die „Temperaturmethode“ und die „Zervixschleimmethode“; man trägt jeden Tag  wichtige Körpersymptome in eine Zykluskurve ein und kann somit die fruchtbaren Tage ermitteln, an denen dann (bei nicht vorhandenem Kinderwunsch) zusätzlich z.B. mit Kondom verhütet wird. Pearl-Index: 0,3.
  • Die Sterilisation: Durchtrennung der Samenleiter bzw. Abtrennung der Eileiter; ist bei Frauen meist schlechter rückgängig zu machen als bei Männern. Pearl-Index bei Sterilisation des Mannes: 0,1 und  bei Sterilisation der Frau:  0,2-0,3
  • Verhütungscomputer: ist sehr einfach in der Anwendung, aber der Pearl-Index schwankt von Gerät zu Gerät.  Pearl-Index: 0,6-6.

Fazit: Pille ja/nein oder was denn nun?

Wer nun mit dem Gedanken spielt, die Pille abzusetzen, sollte sich das wirklich ausreichend überlegen. Für euren Körper bedeutet es enormen Stress, wenn ihr „nur mal schauen“ wollt, ob ihr euch ohne Pille besser fühlt. Wenn ihr die Pille absetzt, sollte es sich hierbei um eine längerfristige Entscheidung handeln. Sprecht also am besten noch einmal in Ruhe mit dem Arzt eures Vertrauens, wägt alle Vor- und Nachteile ab und trefft dann eine Entscheidung, die für euch die Beste ist. Ich für meinen Teil, habe mich dazu entschlossen, meinen weiteren Lebensweg erstmal ohne eine hormonelle Verhütungsmethode zu bestreiten. Seitdem ich die Pille abgesetzt habe, geht es mir sehr viel besser und ich bin endlich mit meinem Körper und mir im Reinen. Dies ist natürlich nur meine eigene Meinung und ich kann euch, wie gesagt, keinen fachärztlichen Rat zu dieser Thematik geben.

Ich freue mich schon auf eure Kommentare zu diesem Thema und erhoffe mir einen regen Austausch zu Vor- und Nachteilen und natürlich ganz besonders zu euren persönlichen Erfahrungen.

Von Blogger zu WordPress – Ein Neuanfang für meinen Blog

Heute ist es endlich soweit und ich kann euch meinen neu gelaunchten Blog präsentieren. Dieses „Baby“ hat mich die letzten Wochen viele Nerven gekostet. Denn ich habe meinem Blog nicht nur ein neues Design und einen neuen Namen verpasst, nein! Ich bin von Blogger zu meinem selbst gehosteten WordPress Blog umgezogen. Ein Herzensprojekt, was ich endlich in Angriff genommen habe. Lange habe ich das Ganze vor mir hergeschoben und es vergingen Tage und Wochen, bis ich mir letztens schlussendlich gedacht habe: Schluss mit der Trödelei! Also wurden alle Ressourcen mobilisiert, jede Minute Freizeit genutzt und bis spät in die Nacht am Blog gearbeitet.

Es fühlt sich so gut und richtig an, dass ich nun endlich meine eigne selbstgehostete Website habe und von allen Design- und Einstellungsfreiheiten profitieren kann, die mir vorher nicht zugänglich waren. Auch der Schritt zum Blog unter richtigem Namen lastet mir nun schon seit über einem Jahr auf den Schultern. Irgendwie habe ich mich nicht „getraut“, dabei ist dieser Weg zu 100% der richtige für mich. Mehr „ich“ geht nicht und mehr Persönlichkeit kann ich nicht in meinen Blog hineinstecken. Ihr habt mich zudem mit euren lieben Kommentaren und Nachrichten bei Instagram mehr als bestärkt, mich zu trauen und meinen alten Blog-Namen abzulegen. Jetzt stehe ich endlich da, wo ich schon vor einem Jahr sein wollte. Und das habe ich zu einem Großteil meinem Freund zu verdanken, denn er hat sich in den letzten Wochen komplett in dieses Projekt reingehangen und alles Menschenmögliche getan, dass der Blog-Umzug reibungslos abläuft. Ohne ihn hätte das niemals so schnell geklappt und ich würde wahrscheinlich immer noch verzweifelt vor meinem PC sitzen und an vielen Stellen nicht weiter wissen, wo er stets eine Lösung parat hatte und direkt Bescheid wusste, wie das Problem zu lösen ist.

Das neue Design sollte modern, frisch und erwachsen sein. Und nicht nur ich, auch mein Blog hat sich natürlich weiterentwickelt und ist nicht mehr so girly, wie er es vielleicht mal war. Besonders wichtig war mir auch, dass alles sehr übersichtlich gestaltet ist und man sich schnell zurechtfindet. Die Kategorien Beauty, Fashion, Travel und Personal Posts sind natürlich erhalten geblieben, wobei ich der Kategorie Travel ab der zweiten Jahreshälfte sehr viel mehr Aufmerksamkeit schenken werde. Monsieur F und ich reisen nämlich nach Bali, auf die Gili Inseln und nach Dubai. Das schreit natürlich nach Fotos und Reiseberichten ohne Ende. Ihr könnt euch also schon mal auf eine ordentliche Portion Fernreise-Feeling freuen.

Ich hoffe, dass euch der neue Blog inklusive neuem Namen gefällt. Hinterlasst mir gerne euer Feedback in einem Kommentar oder sendet mir eine Mail.

10 Dinge, die mich glücklich machen – eine dreiviertel Liebeserklärung

 

Wie heißt es immer? Es sind die kleinen Dinge im Leben, die einem meist die größe Freude bereiten. Aber so klein bist Du gar nicht. Für mich bist Du der Größte.

1. Nachhause zu kommen und jemand wartet auf Dich.

Ich komme nach Hause. Die Zugfahrt war lang, der Flug ermüdend, die Autofahrt nervenaufreibend. Meine Taschen sind schwer, der Koffer platzt aus allen Nähten. Die Füße schmerzen, der Magen knurrt, der Kopf brummt. Ich mache die Tür auf und da stehst Du. Lachst mich an, nimmst mir mein Gepäck ab, umarmst und küsst mich. Vergessen ist all der Stress. Wo du bist, bin ich daheim.

 

2. Vom Bahnsteig abgeholt zu werden.

Ich habe wiedermal vier lange Stunden Zugfahrt hinter mich gebracht. Die Luft war stickig und der Handyempfang schlecht. Nichts tröstet mich mehr, als zu wissen, dass ich Dich gleich wiedersehe. Die Durchsage kommt „Gleich erreichen wir… Ausstieg in Fahrtrichtung rechts…Vielen Dank für…“. Ich höre nur halb zu, packe lieber schonmal meine Sachen zusammen und stelle mich viel zu früh an die Zugtür. Möchte die Erste sein, die aussteigt, damit Du mich direkt siehst. Ein suchender Blick, eine Drehung, da bist Du. Endlich.

3. Kino mit Popcorn.

Für einen kurzen Moment alle Sorgen vergessen und in eine Welt eintauchen, die es nicht gibt. Mit einem Protagonisten mitfiebern, der ein Leben lebt, welches nicht existent ist. Einfach mal den Kopf freibekommen. Popcorn essen, nichts tun, Gedanken auf Standby. 145 Minuten fernab der Realität. Und Du bist natürlich neben mir. Hälst meine Hand. Wir beide irgendwo in einer Traumwelt. Mit keinem Anderen lieber.

4. Frühstück im Hotel.

Soulfood Modus on. Pancakes, Rührei, Obstteller, Müsli, Croissants. Alles, was man daheim nie auf einmal da hat. Kaffee? Kakao? Saft? Ganz egal, gibt ja alles. Heute verschwenden wir mal keinen Gedanken an die Bikinifigur. Mit Dir ist es doppelt schön, denn Du bist der schnellste Esser der Welt. Bringst mich zum Lachen, wenn Du wieder alle Krümel auf Deinem T-Shirt verteilst. Das Salz mit dem Zucker vertauschst. ✩ Bonnie und Clyde

 

5. Kochen & Backen.

Alles in einen Topf werfen und gucken was passiert? Klappt sogar meistens. Aber kochen und backen… ist mehr. Andere zu bekochen ist noch viel besser. Glückliche Gesichter, Stille am Tisch, weil es so gut schmeckt. Das ist Genugtuung. Dir schmeckt es immer bei mir, das sagst du zumindest. Und ich bin stolz. Danke.

6.Sommerluft & Sonnenschein.

Die letzten Monate waren grau und kalt. Endlich wieder kurzärmelige Shirts tragen. Frisch gemähtes Gras, Blumenduft, Sonne im Gesicht. Meine Sonnenbrille hat wieder eine Bestimmung. Das erste Mal barfuß über die Wiese laufen für dieses Jahr, ein Gefühl – himmlisch. Und was ist noch besser? Frühmorgens bei strahlendem Sonnenschein mit leichter Gänsehaut auf dem Balkon frühstücken. Ein Sommer mit Dir ist nicht zu toppen. Dich liebe ich sogar mehr als Erdberreis und DAS heißt echt was.

7. Du, Herr F.

Hier reichen Worte kaum noch aus. Du bist alles. Mein Herz pocht, viel zu schnell, außer Takt. Seitdem es Dich in meinem Leben gibt, fange ich an zu verstehen, was Liebe eigentlich ist. Klingt nach ’ner Menge Kitsch, aber wenn es doch so ist? Mit Dir gibt’s kein „vielleicht“ mehr, nur noch ein „auf jeden Fall“. Du bist niemals ein „Nein.“, immer ein „Ja.“… Für Dich reiße ich mir mehr als ein Bein aus (auch direkt beide). Für dich gehe ich durch alle Feuer dieser Welt. Für dich versetze ich auch den Mount Everest.

 

8. Schlafen.

Es gibt keinen besseren Zustand. Oder irre ich mich? Nein. Alle Ängste, alle Sorgen sind vergessen. An nichts denken müssen, keine Verpflichtungen. Ok, Träume sind manchmal echte Miesepeter, aber auch nur manchmal. Ab und an sind sie auch ziemlich gut. Übrigens ist Schlafen auch so toll, weil Du neben mir liegst. Jeden Abend, seit Monaten schlafe ich in deinem Arm ein. Ist er nicht schon taub?

9. Wanderlust – Einmal rund um die Welt bitte.

Mit Dir an meiner Hand die Welt bereisen. Lebensziel. Wir stehen am Strand, blicken auf’s Meer, alles Schlechte was mal war, ist vergessen. Nur noch Du und ich. Die Luft ist heiß, die Sonne brennt, das Meer rauscht, die Stimmung könnte nicht besser sein. Lass uns noch viele Abenteuer erleben, Flugmeilen sammeln, durch Ozeane schwimmen. Mit Dir ist sogar der Regen schön.

10. Geburtstag haben.

Das beste Geschenk ist Zeit. Zeit auf dieser Welt, um noch mehr erleben zu dürfen. Zeit mir Dir, ganz viel bitte. Angst vor’m Älter werden kenne ich nicht. Denn du bist ja dabei. Also kann es nur gut werden. Wer möchte denn schon die Zeit zurückdrehen? Niemals. Es ist gut so, wie es ist. Du hier, ich hier, wir.

Lerne dich selbst zu lieben: Bodyshaming in sozialen Netzwerken

Eines bin ich nicht… perfekt. Auch wenn ich tagtäglich hunderte Male zu lesen bekommen, wie schön ich bin, wie toll meine Outfits aussehen würden, wie wunderbar meine Haarfarbe doch sei oder was für eine bezaubernde Figur ich doch mittlerweile hätte, sind in meinem Hinterkopf ständig die Gedanken an eine Zeit davor. Ich war nicht hässlich, nein, das möchte ich damit nicht sagen. Aber ich sah eben nicht so aus, wie die anderen Leute mich gerne gehabt hätten. Ich bin nie unscheinbar durchs Leben gelaufen. Entweder waren es meine Piercings, meine schwarzen Klamotten mit Nieten und meine derben Boots, meine überflüssigen Pfunde oder meine dunklen Haare mit extralangen Extensions und bunten Haarklammern, die andere gestört haben.

Viele werden es als Selbstfindungsphase abtun, aber für mich war es ein Prozess, um das zu verarbeiten, was mir jahrelang widerfahren ist: Abneigung wegen meiner Figur. Dies soll kein Blogpost über Mobbing werden, ich möchte einfach nur daran erinnern, wie wichtig es ist, hinter die Fassade eines Menschen zu schauen und sich vorher zu überlegen, was man unter Fotos bei Instagram & Co. schreibt. Ich habe nämlich in letzter Zeit vermehrt bösartige Kommentare bei einigen bekannten Influencern entdeckt, die wahrlich nichts mehr mit Kritik zu tun hatten.
Auch jenseits von Größe 38 sind wir alle gleich. Menschen mit Gefühlen, Menschen mit Geschichten, Menschen mit Herz. Die Negativität, die mir zu Zeiten meines stark übergewichtigen Daseins entgegengebracht wurde, bedrückt mich auch heute noch. Wie kann es sein, dass Menschen mit einer Figur, einer Haarfarbe, einem Bekleidungsstil oder etwas anderem, was eben nicht in die Normen passt, die uns die Gesellschaft so streng vordiktiert, nicht am Leben teilnehmen dürfen, ohne ständig Ablehnung zu erfahren? Ich suche mir meinen Freundeskreis ja auch nicht nach dem Aussehen aus, sondern danach, wie sehr ich mich auf jemanden verlassen kann, wie viel wir gemeinsam haben, welche Interessen wir teilen und was wir schon alles miteinander erlebt und durchgemacht haben.
Dieses Thema scheint banal zu sein und eigentlich müsste jeder von uns wissen, dass es nicht okay ist, so über andere Leute und ihr Äußeres zu urteilen, aber anscheinend ist das Thema Bodyshaming in Zeiten von Instagram und Co. präsenter denn je. Ich bin der Meinung, dass sich jeder mit Mode und Beauty befassen darf, egal welche Kleidergröße er oder sie trägt. Da ich selbst mal Größe 54 getragen habe, finde ich es aber natürlich auch wichtig, dass man mit der Zeit herausfindet, welche Sachen für einen selbst vorteilhaft sind und worin man sich wohlfühlt. Aber muss es denn wirklich sein, dass ich unter Instagram Fotos von bekannten Influencern „Du fetter Wal!“, „Du bist so hässlich…mach lieber das Licht aus!“, „Deine arme Mutter…du siehst aus wie ein schwergewichtiger Unfall…“ und viele weitere solcher Statements lesen muss?! Ich glaube, dass sich die wenigsten Leute, die so etwas schreiben, Gedanken darüber machen, dass hinter den Accounts auch MENSCHEN mit GEFÜHLEN sitzen. Ich spreche hier nicht von Kritik an einem Foto oder der Message dahinter, sondern wirklich von Beleidigungen, die weit unter die Gürtellinie gehen.
 
Aber wie heißt es so schön? Nur wer sich selbst liebt, kann auch andere lieben. Eine wichtigere aber zugleich simplere Message gibt es nicht. Auch wenn es schwer ist, man muss sich selbst wohlfühlen und mit sich im Reinen sein, nur das fällt natürlich umso schwerer, wenn man tagtäglich solche Statements, wie ich sie im letzten Absatz erwähnt habe, unter Bildern lesen muss. Ob ich nun mit Größe 34 oder 56 ein Zufriedenheitsgefühl habe, ist einzig und alleine jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil habe mich damals nicht gut gefühlt und wusste, dass ich niemals für immer so bleiben möchte. Alleine schon aus gesundheitlicher Sicht wollte ich etwas ändern. Aber so muss es natürlich nicht jedem ergehen und das ist auch gut so. Solange man mit sich zufrieden ist, ist alles in Ordnung, ansonsten muss man etwas ändern. Meine Gedanken kreisten damals größtenteils nur noch um meine Figurprobleme, mein daraus resultierendes mangelndes Selbstbewusstsein und mein unbehagliches Gefühl, wenn ich das Haus verlassen und die abwertenden Blicke anderer Menschen geerntet habe. Ich wollte diesen Gedanken allerdings nicht die Macht über mich lassen, habe mein Leben wieder selbst in die Hand genommen und solange mit der Ernährungsumstellung weitergemacht, bis ich mit meiner Figur und mir zufrieden war. Seitdem bin ich ausgeglichener, selbstbewusster, begebe mich gerne unter Leute und genieße das neue positive Lebensgefühl. Eine Sache habe ich dabei aber nie vergessen. Es zählt nicht, was andere Leute denken. Ich trage immer noch genau die Kleidungsstücke, die mir gefallen, frisiere und färbe meine Haare wie ich es mag und gehe stets meinen eigenen Weg. Jedoch schockiert es mich wirklich ungemein, wie kalt und vorallem gedankenlos manche Leute durchs Leben gehen und ihren Hass auf Menschen, die ihnen nicht in den Kram passen, der ganzen Welt offen kundtun müssen. Dass dabei andere verletzt werden, ist ihnen egal und das ist wirklich völlig unverständlich für mich.

Wie steht ihr zu dem Thema?

5 Blogger Klischees: wahr oder völlig überzogen?

In letzter Zeit lese ich immer häufiger irgendwelche negativen Texte über das Leben von Bloggern und Influencern. Also besser gesagt, Texte über verwöhnte Luxuskiddies und Mittzwanziger mit Starallüren, die alles geschenkt bekommen und sowieso das ganze Jahr nur im Urlaub sind. Ganz davon abgesehen, dass natürlich alles „ach so perfekt“ ist. Täglich gibt es gesundes Essen aka Hälsy Fuud, was natürlich absolut „instagrammable“ ist und die schwarze Kreditkarte glüht stündlich, weil die neuesten Trendteile geshoppt werden müssen. Aber ist das wirklich so? Ich habe mir fünf typische Blogger Klischees notiert und mal ein bisschen genauer geschaut, ob diese wirklich zutreffen.

#1 Blogger fotografieren den ganzen Tag ihr Essen

Die Vorstellung: Bevor ein Blogger sein Essen zubereitet, wird erstmal ein komplettes Fotosetting hergerichtet. Gerichte werden nicht nach „Darauf habe ich Hunger!“, sondern nach „Was ist ein besonders fotogenes Essen?“ ausgewählt. Außerdem sollte es möglichst healthy sein. Ach ja, und eine Avocado muss auch mit auf’s Foto. Oder eine Açai Bowl.
Die Realität: Ich esse liebend gerne total unfotogenes Essen. Körniger Frischkäse mit Marmelade und Zimt ist ein Beispiel dafür. Sieht aus wie sonstwas, schmeckt aber super lecker. Oder Porridge mit zerdrückter Banane und Nüssen. Oder eine Scheibe Brot mit Honig. Oder ganz uncool: Kartoffeln mit Spinat oder Kohlrabi. Ich finde es unglaublich befreiend, dass ich euch auch solche Bilder bei Instagram Stories oder Snapchat zeigen darf, ohne, dass ihr direkt schreiend davonrennt. Das ist doch irgendwie alles so herrlich normal oder? Ich habe noch nie Quinoa gegessen, mein letztes Couscous Experiment ist „verkocht“ und Soja und ich werden sowieso keine Freunde. Ach ja und Burger, Pommes und Pasta sind übrigens verdammt lecker. #carbsforpresident

#2 Blogger bekommen doch eh alles geschenkt!

Die Vorstellung: Blogger sitzen den lieben langen Tag daheim (oder noch besser in irgendwelchen teuren Hotels oder an atemberaubenden Stränden) und die tonnenschweren Pakete mit luxuriösen Geschenken trudeln im Sekundentakt zu Hause ein. Kosmetik, Kleidung, Taschen, Schmuck und und und – ist ja alles gratis und man muss nichts dafür tun.
Die Realität: Klar, ab und an bekomme ich auch mal Überraschungspakete, bei welchen dann keine Gegenleistung gefordert wird. Im Grunde genommen hängt mit den meisten Paketen aber eine Verpflichtung zusammen. Entweder ein bezahltes Product-Placement oder zum Beispiel ein Sample-Sponsoring. Heißt: Im Vorfeld gab es Mail-Kontakt mit den Firmen oder Agenturen und man vereinbart, dass nach Zusendung u.a. eine Review auf dem Blog verfasst oder ein Bild bei Instagram bzw. eine Story mit Verlinkung hochgeladen wird. „Geschenkt“ werden einem die Sachen nur in den seltensten Fällen.

#3 Blogger gehen jede Woche mehrmals shoppen

Die Vorstellung: Blogger werfen ihr spielend leicht verdientes Geld mit offenen Händen für Kleidung und Designer-Handtaschen zum Fenster raus. Jede Woche. Jeden Tag. Oh, eine neue Tasche von Gucci? Na dann mal los in die Stadt und shoppeeeen! Was?! Du hast noch nicht die neueste Kollektion von ZARA gesehen? Du bist ja sooo vorgestern!
Die Realität: Ich überlege mir lieber dreimal, ob ich dieses oder jenes Teil wirklich brauche und letztendlich auch kaufe. Meistens ist es sogar Herr F., der mich dazu überredet, mir mal etwas zu gönnen. Ich gehe keinesfalls jede Woche shoppen und schon gar nicht nur teure Designer Klamotten bzw. Accessoires. Der Kauf der Karl Lagerfeld Tasche, von dem ich euch bei Instagram Stories berichtet habe, hat mich ziemlich viel Überwindung gekostet, weil ich ganz genau weiß, wie lange man für so viel Geld arbeiten muss! 😉 Außeredem checke ich auch nicht jeden Tag die gängigen Online Shops ab, ob es neue Teile zu kaufen gibt. Dafür habe ich gar keine Zeit und auch keine Lust. Hallo Realität, hallo normales Leben.

#4 Blogger sind ständig auf Reisen und zwar gratis!

Die Vorstellung: Blogger reisen mehrmals im Jahr in die entferntesten Länder, chillen am weißen Sandstrand, relaxen am Infinity Pool, lassen sich in der Presidential Suite den teuersten Champagner schmecken. Natürlich ist das alles kostenlos, denn man ist ja ein Influencer. Das reicht dann schon irgendwie als Bezahlung. Außerdem ist es natürlich auch total realistisch, dass sich meine Zielgruppe all diese Urlaube mal eben so leisten kann. Na logo!
Die Realität: Ich reise verdammt gerne. Und ja, ich mache auch Hotelkooperationen. Aber weder bin ich das ganze Jahr in der großen weiten Welt unterwegs, noch habe ich tausende Euro übrig, mir all diese Reisen mal eben so zu finanzieren. Dass es Blogger gibt, die tatsächlich mehrmals im Jahr auf Reisen sind und die tollsten Orte besuchen, möchte ich nicht abstreiten. Aber der Großteil der Masse muss sich solche luxuriösen Trips immer noch selbst bezahlen bzw. muss innerhalb der Kooperation zum Beispiel einen Blogpost über das Hotel verfassen. „Gratis“ ist das Reisen also zu 99,9% nicht und ganz so glamourös, wie es manchmal rüberkommt, auch nicht.

#5 Blogger? Das ist doch kein echter Job!

Die Vorstellung: Blogger haben doch eh nur Luxusprobleme… Die Powerbank ist leer. Das E-Mail Postfach ist voll. Das Datenvolumen aufgebraucht. Der künstliche Fingernagel abgebrochen. Der Wimperntermin verschoben. Arbeiten? Pah, das kennt ein Blogger nicht. Das bisschen Texte schreiben und Bilder machen, erledigt sich doch nebenbei. Und dafür kassiert man dann noch schnell ein paar tausend Euro. Läuft!
Die Realität: 24/7. Kein Urlaub. Keine Freizeit. Kein Feierabend. Das trifft es momentan ziemlich gut. Ein einziger Blogpost kostet mich manchmal stundelange Recherche und Arbeit. Das Fotografieren von Outfits, Produkfotografie, Make-up bzw. Kosmetik Reviews, Eventberichte, und und und kommen natürlich noch hinzu. Dann gibt es noch die Präsenz bei Instagram Stories und/oder Snapchat sowie Facebook, die einfach da sein MUSS. Denn wer nicht postet, ist raus. Ich versuche genau wie am Anfang alle Kommentare zu beantworten, alle privaten Nachrichten zu lesen, euch jeden Tag mit durch meinen Alltag zu nehmen, aber immer schaffe ich das auch nicht. Ab und an brauche ich mal ein Social Media Detox – ein oder zwei Tage nur für mich, kein Smartphone, pure Entspannung. Dann warten zwar schon wieder zig Mails und ein Haufen an Arbeit auf mich, aber das ist es mir wert.

Wie denkt ihr über diese Blogger Klischees?

Fallen Euch noch weitere ein?

Sind wir die Generation Beziehungsunfähig?

 Dieser Beitrag enhält ein Product Placement.

In den letzten Wochen und Monaten habe ich immer häufiger Texte über die von Michael Nast beschriebene „Generation Beziehungsunfähig“ gelesen. Klar, die meisten von uns werden schonmal eine gescheiterte Beziehung hinter sich gelassen haben und auch den dazugehörigen Liebeskummer kennt wohl jede(r). Aber es macht sich vermehrt das Bild einer Generation breit, der nicht mehr viel an einer intensiven Beziehungsarbeit liegt. „Passt nicht? Okay dann weg damit!“. So oder so ähnlich könnte einer der Slogans heißen, den aktuell viele Medien zu der Ansicht unserer Generation über das Thema „Partnerschaften“ verbreiten. Aber ist das wirklich so? Sind wir beziehungsunfähig?

Mittlerweile werden wir auch gerne mal als „Generation Tinder“ bezeichnet, was ich allerdings etwas weitgegriffen finde, da ich diesen Service zum Beispiel noch nie genutzt habe und von vielen Freunden weiß, dass sie dies auch noch nicht getan haben. Okay, Dating-Apps spielen mittlerweile eine große Rolle, das möchte ich nicht bestreiten. Unsere Eltern und Großeltern mussten jedoch tatsächlich noch vor die Tür gehen, um jemanden kennenzulernen. Heutzutage kann man reintheoretisch einfach im Bett liegen bleiben, ein paar Mal hin- und herklicken und bekommt dank App-Algorithmus passende Dates vorgeschlagen. Zu Aspekten wie Haar- und Augenfarbe, Körpergröße, Statur, etc. kann man ganz nebenbei auch noch Wunschangaben machen. Wieso sollte man sich denn auch überhaupt mit (Achtung: Ironie) „nervigen“ Anfragen von potentiellen Partnern belästigt lassen, wenn man direkt festlegen kann, was man möchte? Dabei sind doch meistens der erste Blickkontakt und der Gesamteindruck entscheidend und nicht, ob die Augen nun blau oder braun sind.

Warum beschleicht mich der Eindruck, dass Ehen und Beziehungen früher länger hielten? Ganz klar, weil es meistens so war. Aber nicht, weil die Menschen beziehungsFÄHIG waren, sondern, weil die Rollenaufteilung früher einfach ganz anders waren. Es bestand eine Abhängigkeit zwischen den Partnern, man war „aufeinander angewiesen“. Mann und Frau repräsentierten damals ein Beziehungsmodell, das heute im Zuge der Emanzipationsdiskussion ständig in Frage gestellt wird. Durch den schrittweisen Wegfall der Abhängigkeit voneinander, haben die Beziehungen der heutigen Zeit einen anderen Schwerpunkt bekommen. Dass die Frau einzig und alleine für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig ist und der Mann das Geld nach Hause bringt, ist schon lange nicht mehr die Regel. Desweiteren ist es heutzutage auch absolut keine Schande oder gar ein gesellschaftliches Tabu mehr, wenn man unverheiratet zusammenlebt und eventuell sogar Kinder bekommt.
Ein weiterer Aspekt, den man nicht außer Acht lassen darf, ist der immer größer werdende Stressfaktor. Stress ist der Beziehungskiller schlechthin, denn wer gestresst ist, ist schneller reizbar und das führt häufig zu Streit und schlechter Laune. Unser Alltag ist von Terminen und Verpflichtungen bestimmt und ständig gibt es irgendwelche neuen Trends, denen wir nacheifern müssen, wenn wir up to date bleiben wollen. Man hat das Gefühl, man würde etwas verpassen, wenn man sich eine Pause gönnt oder gar das Handy bei Seite legt, denn die ständige Erreichbarkeit wird ja heute fast schon vorausgesetzt. Kein Wunder also, dass hierbei auch Beziehungen auf der Strecke bleiben. Schnell noch ein paar Mails checken, hier und da einige Instagram Fotos liken und „mal eben kurz“ die neusten Facebook Beiträge unserer Freunde kommentieren. BeziehungsUNfähig macht uns das allerdings noch nicht, denn das sind äußere Einflüsse, denen man, wenn man denn möchte, entgegenwirken kann. Handy weglegen. PC ausschalten.

Immer wieder lese ich, dass der Trend zur Singlegesellschaft geht und dass wir uns in einer ständigen „Wartezeit“ auf Mr. bzw. Miss Right befinden. Ich kann von mir selbst behaupten, dass ich mich niemals bewusst darauf gefreut habe, Single zu sein. Andersherum habe ich mich aber auch nicht in einer „Übergangsphase“ auf den nächsten Partner wahrgenommen. Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich gerne alleine bin. Es ist schön, wenn man nicht alleine durch den Alltag gehen muss, gemeinsam in den Urlaub fahren kann, zusammen kocht, weint, lacht, Quality-Time genießt. Und es wäre mir lieber eine lange monogame Beziehung zu führen, als ständig neue Dates zu haben. Das ist natürlich nur meine individuelle Meinung, aber ich werde mich eben nicht in die Schublade stecken lassen, in die unsere Generation derzeit reingedrängt wird. Ich für meinen Teil möchte nämlich sehr gerne viel Zeit in die Arbeit stecken, die eine Beziehung nötig hat, möchte Kompromisse eingehen, Tiefs überwinden und „in guten wie in schlechten Zeiten“ für jemanden da sein.

Meiner Meinung nach ist unsere Generation alles andere als beziehungsUNfähig. Die Ansprüche und Rahmenbedingungen haben sich einfach geändert. Man kann eine Beziehung unserer Zeit eben nicht mehr mit einer Ehe der 50er Jahre vergleichen. Was man natürlich nicht leugnen kann, ist die Individualisierung der Lebensführung, die immer weiter voranschreitet. Aber wenn man bereit ist, Kompromisse einzugehen und sich auf einen Partner einzulassen, dann wird man auch 2017, 2018, und in folgenden Jahren eine glückliche Beziehung führen können. Nur weil sich unsere Gesellschaft gewandelt hat und sich das strikte Rollenbild allmählich auflöst, heißt das nicht, dass wir direkt alles beenden, was uns gerade nicht zu 100% in den Kram passt. Gerade diese Entwicklung hin zur Selbstständigkeit eines jeden Partnes, bietet vielleicht sogar noch mehr ungeahnte Möglichkeiten und erweitert den Horizont.

Wie steht ihr zu dem Thema?

Sind wir eine Beziehungs-Wegwerfgesellschaft?

Beide Uhren: Kapten & Son (hier)
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Die Uhren wurden mir von Kapten&Son zur
Verfügung gestellt.

Leb wohl, mein altes Ich.

 

Ich sehe dich im Spiegel und weiß, dass Du immer ein Teil von mir sein wirst. Deine Augen sind leer, du senkst den Blick, schaust wieder auf, kannst nur schwer den Blickkontakt halten. Deine Haut ist fahl, du hast Augenringe. Meine Blicke wandern über dein ganzes Gesicht und sehen die Spuren, die der Stress und die Traurigkeit hinterlassen haben. Du gibst es nicht gerne zu, aber du hast viel geweint, warst oft verzweifelt, hast stundenlang gegrübelt und alles was du gemacht hast, stets in Frage gestellt. Deine Lippen sind spröde und rissig, deine Haut voller Rötungen und Unreinheiten. Purer Stress. Musstest Du dich wieder mit einer dieser elendig langen Diskussionen beschäftigen? Konntest Du dem Streit wieder nicht entkommen? Oder sind es die Selbstzweifel, die dich erneut runterziehen?

 

 

Deine Haare sind dunkelbraun, du hast volle Wangen, ein rundliches Gesicht und trägst schwarze Kleidung. So wie immer eigentlich, hast du dir deinen Pony tief ins Gesicht gekämmt, damit man möglichst nicht zu viel von dir erkennen kann. Dein Lidstrich ist tiefschwarz und schon fast einen Hauch zu breit geraten, auf den Wangen trägst du etwas Rouge, damit du nicht ganz so blass wirkst und deine eigentlich sehr schönen Wimpern hast du dir mit billigen künstlichen Fakelashes verklebt, weil du denkst, dass du ohne diese Kunsthaare hässlich aussiehst. An deinen Lippen sehe ich immer noch die Einstichlöcher deiner Piercings. Eine Jugendsünde, ja, aber es hatten doch irgendwie alle und du wolltest doch auch mal zu den coolen Mädchen dazugehören.
Ich weiß, was dich gerade traurig macht. Du bist viel zu dick und hast die Blicke der Menschen satt, wie sie dich abwertend ansehen und sich sogar nach dir umdrehen. Ich kann ahnen, wie schlecht du dich fühlst, als du in der Öffentlichkeit ein Eis isst und zwei Mädels ganz langsam, laut lachend und tuschelnd an dir vorbeigehen und du nur irgendwelche Wortfetzen wie „typisch… immer diese Dicken…war klar“ aufschnappst. Und dieser Moment, wenn du bei deinem Lieblingsladen zielstrebig die Übergrößenabteilung ansteuerst, weil dir die angesagten Teile ja eh nicht passen und du schon lange nicht mehr nur danach gehen kannst, was dir gefällt. Die Devise lautet bei jedem Shopping Trip „Hauptsache es passt und kaschiert bestmöglich die überschüssigen Pfunde!“. Manchmal stehst du völlig verzweifelt vor deinem Kleiderschrank und überlegst, was du anziehen sollst. Das ganze endet in einem Tränenausbruch und purer Unzufriedenheit. Letztendlich greifst du doch eh wieder zu den gleichen langweiligen Shirts und Hosen.

 

 

Du tust mir leid…Konntest du doch bis jetzt nichtmal die Sommerurlaube genießen, denn dir fehlte das Selbstbewusstsein, dich am Strand zu zeigen, wie du bist. Für dich zählte nur, was die anderen denken, wie sie dich mustern und wie du immer verunsicherter wurdest. Wahrscheinlich hast du dir auch einfach viel zu viel eingebildet, Dinge gehört, die Leute nicht gesagt haben, abwertende Blicke auf dich bezogen, die dir gar nicht gewidmet waren und hinter jedem Kichern und Tuscheln hast du einen Witz oder Spruch gegen dich gesehen.
Ich kneife die Augen fest zu, öffne sie wieder und sehe im Spiegel eine blonde Frau. Sie lacht, sie strahlt. Die Sonne scheint durch das große Schlafzimmerfenster mitten auf ihr Gesicht. Die Lebensfreude springt mich förmlich an. Ich sehe auch Zweifel, ja, und auch etwas Unsicherheit ist noch da. Aber wo ist das depressive Mädchen hin? Ich kann es nicht mehr erkennen. Vage lässt sich erahnen, dass dieses Gesicht viel Trauriges erlebt haben muss. Ein paar Spuren bleiben wohl für immer, aber sie verblassen mit der Zeit. Ich sage Dir, sei stolz auf alles, was du erreicht hast. Nicht nur in schulischer oder beruflicher Hinsicht, nein, sei stolz darauf, was aus DIR geworden ist. Du hast nicht nur unglaublich viel abgenommen, du bist nun viel selbstbewusster, du hast eine eigene Meinung, die du vertreten kannst und du lässt dich nicht mehr unterkriegen, wenn der Weg auch nicht immer der einfachste ist. Klar, es kann nicht immer nur Sonnenschein geben und auch die dunklen Seiten des Lebens muss man akzeptieren, aber das meisterst du nun viel besser als noch vor 10 Jahren. Aus einem introvertierten und depressiven (Halb-)Waisenmädchen ist eine starke junge Frau geworden. Du hast gelernt loszulassen, Vergangenheit bleibt Vergangenheit.
Es ist  nun an der Zeit zu gehen. Ich sage dir leb wohl und auf Nimmerwiedersehen, mein altes Ich.