NFP: Verhütung mit der symptothermalen Methode – Erfahrungsbericht

Mein Beitrag zum Thema „Pille absetzen“ kam wahnsinnig gut bei euch an und ich habe selten so viel Resonanz auf einen Blogpost bekommen wie auf diesen. Einen bestimmten Aspekt habe ich in dem Blogpost allerdings nicht behandelt und zwar, wie ich aktuell verhüte. Und weil mich seit Veröffentlichung des Beitrags so viele von euch genau danach gefragt haben, dachte ich mir, dass ich dem Thema am besten einen eigenen Artikel widme. Seit einigen Monaten probiere ich nämlich die NFP Methode aus und komme sehr gut damit zurecht. Ich möchte euch nicht nur von meinen Erfahrungen berichten, sondern auch die Vor- und Nachteile aufzeigen und erstmal erklären, wie NFP eigentlich funktioniert.

Wie funktioniert NFP?

Die symptothermale Methode gibt es mittlerweile schon seit über 50 Jahren. Entwickelt wurde sie von Josef Rötzer, einem österreichischen Arzt für Allgemeinmedizin. Bei der „Natürlichen Familienplanung“ (deswegen auch der Name NFP) beobachtet man die Veränderungen des eigenen Körpers während des Zyklus, um die fruchtbaren Tage zu bestimmen. Für die korrekte Beobachtung spielt unter anderem die Untersuchung der Beschaffenheit des Zervixschleims eine Rolle und auch die Messung der Basaltemperatur am Morgen vor dem Aufstehen. In jedem Zyklus, der durchschnittlich 28 Tage dauert, ist man nur etwa drei bis fünf Tage tatsächlich fruchtbar. NFP soll dabei helfen, genau die wenigen „kritischen“ Tage vor und die 18 Stunden nach dem Eisprung zu ermitteln, sodass man genau weiß, wann man zusätzlich verhüten sollte.

Beobachtung des Zervixschleims

Mithilfe der Schleimbeobachtung lassen sich Rückschlüsse darauf ziehen, wann der Eisprung stattfindet und das Messen der Basaltemperatur schafft Klarheit, wann er vorbei ist. Der im Gebärmutterhals gebildete Schleim verändert sich aufgrund der unterschiedlichen Hormonkonzentration während des Zyklus und dient daher als eine der Grundlagen für das erfolgreiche Praktizieren der NFP Methode. Unmittelbar nach der Menstruation ist die Scheide eher trocken. Wenn sich dann die fruchtbare Phase ankündigt, steigt der Östrogenspiegel im Körper. In der Phase um den Eisprung herum nimmt die Zervixschleimmenge zu. Die Konsistenz ist nun dünnflüssig, klar und spinnbar und somit ein Indiz für die fruchtbaren Tage. Gegen Ende des Zyklus wird der Schleim milchig und klumpig und die Menge nimmt wieder ab.

Messung der Basaltemperatur

Weil die Beobachtung des Zervixschleims als einziger Parameter keine ausreichende Sicherheit liefert, misst man zusätzlich die Basaltemperatur. Hierbei handelt es sich um nichts anderes, als um die sogenannte Aufwachtemperatur, die am besten im Mund oder in der Scheide gemessen werden sollte. Für die korrekte Auswertung der Messwerte ist es wichtig, dass man sich innerhalb eines Zyklus für eine Messstelle entscheidet und darauf festlegt. Die Temperatur misst man immer morgens nach dem Aufwachen. Vor Beginn der Periode und bis zum Eisprung ist die Basaltemperatur immer niedriger, als nach dem Eisprung, also in der zweiten Zyklushälfte.

Die zwei Temperatur-Phasen

Aber wie bestimmt man denn nun die fruchtbaren bzw. unfruchtbaren Tage? Die Körpertemperatur teilt sich, wie eben beschrieben, in zwei Phasen. Zunächst haben wir die sogenannte „Tieflage“ in der ersten Zyklushälfte, in der der Eisprung eingeleitet wird. Danach folgt die Gelbkörperphase, die die unfruchtbare Zeit kennzeichnet. Wenn man nun täglich seine Basaltemperatur misst, wird man irgendwann einen Anstieg bemerken, denn ungefähr drei Tage nach dem Eisprung erhöht sich der Progesteronwert im weiblichen Körper und die Körpertemperatur steigt an. Einen „Anstieg“ kann man eindeutig feststellen, wenn drei aufeinanderfolgende Messwerte um 0,2 Grad höher sind als die vorangegangen sechs Werte. Ist dies der Fall, kann man in diesem Zyklus nicht mehr schwanger werden. Allerdings kann man mit der Basaltemperaturmessung nur im Nachhinein feststellen, ob und wann es einen Eisprung gab. Aus diesem Grund setzt die symptothermale Methode noch zusätzlich auf die Zervixschleim Beobachtung, die es möglich macht, den Beginn der furchtbaren Tage zu bestimmen.

Beobachtung des Muttermundes

Wer sich zusätzlich absichern möchte, kann auch die Beobachtung des Muttermundes in Betracht ziehen. Direkt nach der Regelblutung  fühlt sich der Muttermund nämlich fester an, ragt tief in die Scheide hinein und ist geschlossen. Während der fruchtbaren Tage ist er hingegen deutlich weicher, leicht geöffnet und viel höher gelagert. Wenn man den Muttermund also täglich untersucht, kann man diese Veränderungen deutlich feststellen und für NFP nutzen.

Was brauche ich für NFP?

Für die NFP Methode benötigt man nicht viele Utensilien. Ihr solltet euch lediglich ein Thermometer mit zwei Nachkommastellen zulegen, damit ihr genaue Basaltemperaturmessungen  durchführen könnt. Außerdem benötigt man eine Zyklustabelle, in die man die täglichen Messparameter und Zusatzinformationen einträgt. Wer sich seine Notizen lieber digital machen möchte, findet auch eine große Auswahl an NFP-Apps (teilweise sogar kostenlos), oder muss über die Anschaffung eines Temperatur- bzw. Hormoncomputers nachdenken. Meiner Meinung nach reicht allerdings ein Thermometer (mit zwei Nachkommastellen) und eine Zyklustabelle/NFP-App vollkommen aus.

Bestenfalls sollte man erstmal einige Zyklen beobachten, seinen Körper und die Signale besser kennenlernen und letztendlich auch deuten können. Deshalb ist es ratsam zunächst zusätzlich zu den Messungen und Beobachtungen den gesamten Zyklus über z.B. mit Kondom zu verhüten. Lassen sich wiederkehrende Muster innerhalb des Zyklus und eine gewisse Regelmäßigkeit erkennen, kann außerhalb der fruchtbaren Tage auf eine zusätzliche Verhütungsmethode verzichtet werden. Es muss allerdings beachtet werden, dass NFP nicht funktioniert, wenn man noch die Pille einnimmt. Der Zyklus lässt sich unter dem Einfluss eines hormonellen Verhütungsmittels natürlich nicht so analysieren, als wenn man die natürliche Periode beobachtet.

Vorteile von NFP

  • kein hormoneller Eingriff in den Körper
  • kostengünstig
  • bei Kinderwunsch optimal zur Planung geeignet
  • besseres Kennenlernen des eigenen biologischen Rhytmus
  • keine Nebenwirkungen
  • bei korrekter Ausführung sehr sicher (der Pearl-Index liegt ca. bei 0,4-0,6; im Vergleich: die Pille hat einen Pearl-Index von etwa 0,3-0,8)
  • kann jederzeit begonnen und „abgesetzt“ werden
  • vom Frauenarzt unabhängige Verhütungsmethode
  • der natürliche Zyklus bleibt unangetastet

Nachteile von NFP

  • erfordert konsequente Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper
  • die sexuelle Spontanität wird eingeschränkt
  • eher ungeeignet bei unregelmäßigen Zyklen
  • kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten
  • Störfaktoren wie z.B. Infektionen können die Auswertungen im Hinblick auf den Zervixschleim verfälschen
  • Störfaktoren wie z.B. Medikamente können zu Verfälschungen der Temperaturwerte führen
  • am Anfang etwas aufwendiger, da man sich erstmal hinreichend mit der Methode beschäftigen muss

Meine Erfahrungen mit NFP

Zunächst stand ich der NFP Methode erstmal ziemlich skeptisch gegenüber und habe mich stundenlang durch Foren und Berichte gelesen, um mich ausreichend zu informieren. Je mehr wissenschaftliche Texte und Erfahrungsberichte ich gelesen hatte, desto neugieriger wurde ich und wollte der Methode dann doch mal eine Chance geben. Warum auch nicht? Aus gesundheitlichen Gründen wollte ich eh auf die Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln verzichten und war somit auf der Suche nach einem anderen Verhütungsmittel. Außer der Verwendung von Kondomen kamen erstmal keine anderen Methoden für mich in die engere Auswahl, sodass ich die NFP Methode ergänzend dazu ausprobierte. Mein Zyklus war nach Absetzen der Pille erstaunlich regelmäßig und pendelte sich direkt ein. Somit waren schonmal optimale Bedingungen gegeben, um NFP korrekt auszuführen. Und tatsächlich konnte ich dank der symptothermalen Methode bereits im ersten Zyklus sehr genau meine fruchtbaren Tage ermitteln. Die Messwerte notierte ich mir in der myNFP App, die man für einen kleinen Preis im App Store erwerben kann. In der App kann man neben der Temperatur und dem Schleim sogar eintragen, wie man sich am jeweiligen Zyklustag gefühlt hat, ob Medikamente eingenommen wurden und ob es sonstige Störfaktoren gab. Außerdem kann die Messzeit eingetragen werden und wenn man möchte, kann man festhalten, wann man Geschlechtsverkehr hatte, ob Brustsymptome und Mittelschmerzen aufgetreten sind  und wie die Beschaffenheit des Muttermundes war. Aus all diesen Parametern erstellt die App dann eine Verlaufskurve für den gesamten Zyklus und zeigt die fruchtbaren Tage an.

Ich komme wirklich gut mit der NFP Methode zurecht und kann mir (derzeit) keine bessere Verhütungsmethode für mich vorstellen. Nach über 10 Jahren mit der Pille wollte ich einfach keine hormonellen Verhütungsmittel mehr einnehmen (was wie gesagt u.a. auch gesundheitliche Gründe hatte). Dank NFP kann ich die Signale meines Körpers mittlerweile sehr gut deuten und sogar unabhängig von den Messwerten erkennen, wann die „kritische“ Phase beginnt. Irgendwie merke ich das einfach und habe ein Gefühl dafür bekommen. Dieser Artikel gibt natürlich nur meine persönliche Meinung wieder und kritisiert andere Verhütungsmethoden in keinster Weise. Wie ich auch schon in meinem Blogpost über das Absetzen der Pille geschrieben habe, ist es gut, dass es die Möglichkeit gibt, hormonell zu verhüten, da viele Frauen ja auch unter starken Regelschmerzen leiden und ohne Pille nur schlecht zurechtkommen würden. Für mich kommt es allerdings nicht mehr in Frage, meinem Körper künstliche Hormone zuzuführen und ich bin froh, dass ich mich getraut habe, der symptothermalen Methode eine Chance zu geben und die anfängliche Skepsis abzulegen.

Fazit

NFP ist für alle Frauen geeignet, die eine natürliche Verhütungsmethode ausprobieren wollen und bereit dazu sind, sich intensiv mit den Signalen des Körpers zu beschäftigen und sehr diszipliniert „Tagebuch“ über die Messwerte und Symptome zu führen. Wenn man sich darauf einlässt und mit dem Ablauf zurechtkommt, kann die Methode eine Bereicherung sein und das Leben ohne hormonelle Verhütungsmittel ermöglichen.  Es gibt wahrscheinlich genauso viele Befürworter dieser Verhütungsmethode, wie es auch Gegner gibt, aber ich hoffe, dass ihr dem Thema offen gegenüber steht und nicht vorschnell urteilt. Ich würde mich über einen friedlichen Austausch in den Kommentaren freuen und bin gespannt, was ihr für eine Meinung zu NFP habt.

Ich habe die Pille abgesetzt: Vorteile, Nachteile und wie es mir damit geht

Lange habe ich mich vor diesem Post gedrückt, weil ich nicht wusste, wie ich richtig anfangen soll. Das Thema ist intim und sehr persönlich, aber doch betrifft es doch so gut wie jede Frau (und auch jeden Mann): Verhütung. Mehr als 10 lange Jahre habe ich hormonell mit der Antibabypille verhütet und war auch eigentlich immer ganz zufrieden damit. Als Teenager macht man sich ja meistens eh nicht so viele Gedanken darüber, ob die kleine Tablette, die man da ja jeden Tag schluckt, auch noch irgendwelche anderen Begleiterscheinungen mit sich bringt, als für den gewünschten Empfängnisschutz zu sorgen. Dieser Blogbeitrag soll die Einnahme der Pille in keinster Weise kritisieren, schlecht reden oder sonstiges. Ich möchte einfach nur meine Erfahrungen mit euch teilen, weil mich  schon einige Mädels gefragt haben, ob ich nicht mal einen Artikel über dieses Thema schreiben könnte. Außerdem möchte ich euch Vorteile und Nachteile der Einnahme aufzeigen, alternative (hormonfreie) Verhütungsmethoden vorstellen und euch natürlich auch verraten, wie es mir ohne die Pille geht.

Ausgangssituation: Mein „Ich“ während der Einnahme

Es klingt paradox, aber ich „kannte“ mich irgendwie gar nicht ohne Pille. Meine erste Periode habe ich mit 11 Jahren bekommen und die Pille nehme ich, seitdem ich 14 Jahre alt bin. Ich konnte mich überhaupt nicht mehr an meine „normale“ Regel und die natürlichen Schmerzen und Wehwehchen erinnern, die die Menstruation mit sich bringt. Die Pille wurde mir damals verschrieben, weil ich so starke Unterleibsschmerzen hatte und mein Zyklus nicht wirklich regelmäßig war. Damals habe ich natürlich nicht viel hinterfragt, sondern mich auf meinen Arzt verlassen. Damit ging es mir auch 10 Jahre lang sehr gut und ich habe mich relativ wohl gefühlt. Ganz nebenbei: Ich habe auch heute noch den selben Arzt wie vor 10 Jahren und gebe sehr viel auf seine kompetente Meinung. Er hat meinen Entschluss vollkommen nachvollziehen können und wollte mich in keinster Weise vom Gegenteil überzeugen oder mich gar wieder zur Einnahme der Pille überreden. Ich denke, dass es wirklich wahnsinnig wichtig ist, den richtigen Frauenarzt zu finden und sich gut aufgehoben zu fühlen.

Warum ich die Pille abgesetzt habe

Vor einigen Monaten hatte ich zum ersten Mal den Gedanken, die Pille abzusetzen. Irgendwie hat mir mein Körper gesagt, dass er die Pille nicht mehr nehmen möchte. Erklärt mich für verrückt, aber ich habe meine Abneigung dagegen tagtäglich mehr gespürt. Ich las also einige Artikel Im Internet, die sich mit dem Thema beschäftigt hatten und wagte letztendlich den Schritt, die Pille nicht mehr weiterzunehmen. Was für ein komisches Gefühl! Irgendwie fühlte es sich schon fast verboten an, abends einfach schlafen zu gehen, ohne die kleine rosafarbene Tablette zu schlucken. Wie eine „Beziehung“, die nach über 10 Jahren ein Ende gefunden hat. Die Gewohnheit war natürlich noch da und ich ertappte mich auch noch einige Tage nach dem Absetzen dabei, wie mich ein beklemmendes Gefühl überkam, weil ich dachte, dass ich die Einnahme vergessen hätte. Einer der ausschlaggebendsten Punkte, warum ich die Pille abgesetzt habe, war aber auf jeden Fall mein massives Problem mit Wassereinlagerungen in den Beinen. Ich hatte ständig starke Schmerzen und meine Füße und Beine fühlten sich an wie Blei. Und was soll ich euch sagen? Als ich die Pille dann letztendlich abgesetzt habe, verschwanden die Schmerzen in Windeseile und ich verlor erstmal ordentlich eingelagertes Wasser, was sich dementsprechend auch auf der Waage niederschlug.

Neue Situation: Mein „Ich“ einige Monate OHNE Pille

Ich fühle mich tatsächlich „anders“, viel ausgeglichener und entspannter. Mir kommt es so vor, als wenn ich ein ganz anderes Körperbewusstsein entwickelt habe und mich selbst ganz anders wahrnehme. Natürlich hat das Absetzen der Pille auch einige negative Seiten, so verhalten sich meine Haare derzeit zum Beispiel ziemlich zickig und machen was sie wollen. Und ja, auch meine Oberweite ist geschrumpft, aber auf der anderen Seite finde ich das weniger schlimm, da ich nicht mehr dieses Spannungsgefühl in den Brüsten habe, wie während der Pilleneinnahme. Ein weiterer positiver Effekt sind die schwindenden Wassereinlagerungen und die fehlenden Heißhungerattacken. Ich habe also nicht nur Gewicht in Form von eingelagertem Wasser verloren (Auf Wiedersehen schwere Beine!), sondern entdecke auch ein ganz anderes Essverhalten an mir. Ich habe zwar weniger Hunger, aber dafür verlangt mein Körper nun häufiger nach den „richtigen“ Sachen: viel Gemüse, Obst, gesunde Kohlenhydrate und nicht mehr wie früher nach Bergen von Schokolade, Chips und fettigem Essen.

Auch wenn ich nicht ganz unwissend bin, was die medizinischen Fakten der Pille betrifft (Liebe Grüße an mein Biologie-Studium … du hast mir dann doch mal was genützt), bin ich natürlich keine Wissenschaftlerin, die intensiv auf diesem Gebiet forscht oder gar eine Ärztin mit einer gynäkologischen Praxis. Die nachfolgenden Vor- und Nachteile sowie Risiken in Bezug auf die Einnahme der Pille habe ich besten Gewissens recherchiert, kann aber natürlich nicht für die Richtigkeit garantieren. Bei Detailfragen und Unklarheiten müsst ihr bitte den Arzt eures Vertrauens kontaktieren.

Vorteile/Nachteile der Einnahme

Wie oben bereits erwähnt, möchte ich die Einnahme der Pille keinesfalls kritisieren, schlechtreden oder was auch immer. Es ist gut, dass es die Pille gibt, da sie vielen Frauen zum Beispiel hilft, die starken Schmerzen bei der Monatsblutung und auch die Blutungsstärke einzudämmen. Zudem bietet die Pille die Möglichkeit einer guten Zyklus-Kontrolle.   Auch der hohe Sicherheitsfaktor von einem Pearl-Index von 0.1 bis 0.9 soll hier natürlich nicht außer Acht gelassen werden.  Somit bietet sie von allen Verhütungsmitteln den höchsten Schutz vor einer Schwangerschaft. Desweiteren kann sich die Einnahme der Pille positiv auf das Hautbild auswirken und Hautunreinheiten (z.B. pubertär bedingte Akne) deutlich reduzieren oder sogar „verschwinden“ lassen. Ich habe großes Glück, dass mein Zyklus auch ohne Pille sehr verlässlich ist und ich meine natürliche Menstruation sage und schreibe nur einen einzigen Tag habe. Die Schmerzen sind zwar deutlich stärker als unter der Pilleneinnahme und beginnen schon ein paar Tage vorher, lassen sich aber relativ gut aushalten. Mein Hautbild ist zum Glück genauso gut oder schlecht (wie man es nimmt! ;-D), als unter dem Einfluss hormoneller Verhütungsmittel. Einige Studien sollen übrigens herausgefunden haben, dass bestimmte Krebsarten, wie Eierstockkrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs, unter der Pilleneinnahme seltener auftreten.

Ein Nachteil der Pille ist natürlich, dass sie anders als zum Beispiel ein Kondom, nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen schützt. Einige Frauen klagen zudem über Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Gewichtszunahme (u.a. durch Wassereinlagerungen und gesteigerten Appetit), einen Verlust der Libido, gelegentliche Zwischenblutungen oder auch die von mir ebenfalls beschriebenen Spannungsgefühle in den Brüsten. Außerdem muss die Pille täglich und bestenfalls zur gleichen Tageszeit eingenommen werden. Wird die Einnahme vergessen, liegt eine Magen-Darm-Erkrankung vor oder werden Medikamente eingenommen, die die Wirkung der Pille herabsetzen können, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gegeben und es sollte zusätzlich verhütet werden.  Frauen, die ein Risiko auf Thrombosen oder Embolie aufweisen, sollten von der Pilleneinnahme absehen, da das in der Kombinationspille enthaltene Geschlechtshormon Östrogen Veränderungen auf den Blutdruck und die Blutgerinnung bewirken kann.

Vorteile und Nachteile Im Überblick:

Pro Pille:
  • Gute Zyklus-Kontrolle
  • Einnahme hilft häufig starke Menstruationsbeschwerden und die Blutungsstärke zu lindern
  • hoher Sicherheitsfaktor von einem Pearl-Index von 0.1 bis 0.9
  • Einnahme kann sich  positiv auf das Hautbild auswirken
  • Laut einiger Studien besteht durch die Einnahme ein geringeres Risiko an Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs zu erkranken
Contra Pille:
  • schützt nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen
  • Nebenwirkungen, wie z.B. Übelkeit, Gewichtszunahme und Zwischenblutungen
  • Tägliche, korrekte Einnahme ist obligatorisch
  • bei Durchfall und Erbrechen, sowie bei der  Einnahme von bestimmten Medikamenten, ist der Schutz nicht mehr unbedingt gegeben
  • Risiko auf Thrombosen oder Embolie ist erhöht

Tja, jetzt habe ich Euch so viel Input zur Pille geliefert, Vorteile und Nachteile aufgezählt und euch geschildert, warum ich mich ohne besser fühle, aber habe noch keine alternativen Verhütungsmethoden genannt. Klar, als erstes denkt man wahrscheinlich an das gute alte Kondom oder die Kupferspirale, aber gibt es da nicht noch mehr (hormonfreie) Möglichkeiten? Na klar! Denkt beim Lesen dran: je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist die Verhütungsmethode. Die Angaben zum Pearl-Index habe ich hierher bezogen.

Hormonfreie Verhütungsmethoden

  • Das Kondom: schützt vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Pearl-Index: 2-12.
  • Chemische Spermizide: allein nicht zur Verhütung geeignet. Kombination z.B. mit Kondom empfohlen. Pearl-Index: 3-21.
  • Das Femidom: „Kondom für die Frau“; schützt vor einigen sexuell übertragbaren Krankheiten. Anwendung wird in Verbindung mit Spermizid empfohlen. Pearl-Index: 5-25.
  • Die Kupferspirale: wird in die Gebärmutter eingeführt und verbleibt dort einige Monate. Pearl-Index: 0,3-0,8.
  • Das Diaphragma: elastische Latex- oder Silikonkappe, die auf den Muttermund gestülpt wird; schützt nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Anwendung wird in Verbindung mit Spermizid empfohlen. Pearl-Index: 1-20.
  • Die Verhütungskappe: funktioniert ähnlich wie das Diaphragma, ist aber deutlich kleiner. Pearl-Index: 6.
  • Die NFP Methode (symptothermale Methode): kombiniert die „Temperaturmethode“ und die „Zervixschleimmethode“; man trägt jeden Tag  wichtige Körpersymptome in eine Zykluskurve ein und kann somit die fruchtbaren Tage ermitteln, an denen dann (bei nicht vorhandenem Kinderwunsch) zusätzlich z.B. mit Kondom verhütet wird. Pearl-Index: 0,3.
  • Die Sterilisation: Durchtrennung der Samenleiter bzw. Abtrennung der Eileiter; ist bei Frauen meist schlechter rückgängig zu machen als bei Männern. Pearl-Index bei Sterilisation des Mannes: 0,1 und  bei Sterilisation der Frau:  0,2-0,3
  • Verhütungscomputer: ist sehr einfach in der Anwendung, aber der Pearl-Index schwankt von Gerät zu Gerät.  Pearl-Index: 0,6-6.

Fazit: Pille ja/nein oder was denn nun?

Wer nun mit dem Gedanken spielt, die Pille abzusetzen, sollte sich das wirklich ausreichend überlegen. Für euren Körper bedeutet es enormen Stress, wenn ihr „nur mal schauen“ wollt, ob ihr euch ohne Pille besser fühlt. Wenn ihr die Pille absetzt, sollte es sich hierbei um eine längerfristige Entscheidung handeln. Sprecht also am besten noch einmal in Ruhe mit dem Arzt eures Vertrauens, wägt alle Vor- und Nachteile ab und trefft dann eine Entscheidung, die für euch die Beste ist. Ich für meinen Teil, habe mich dazu entschlossen, meinen weiteren Lebensweg erstmal ohne eine hormonelle Verhütungsmethode zu bestreiten. Seitdem ich die Pille abgesetzt habe, geht es mir sehr viel besser und ich bin endlich mit meinem Körper und mir im Reinen. Dies ist natürlich nur meine eigene Meinung und ich kann euch, wie gesagt, keinen fachärztlichen Rat zu dieser Thematik geben.

Ich freue mich schon auf eure Kommentare zu diesem Thema und erhoffe mir einen regen Austausch zu Vor- und Nachteilen und natürlich ganz besonders zu euren persönlichen Erfahrungen.